Beruf: Polier/in  

Weiterbildung zum/zur Polier/in: Worum geht es genau?

Der/Die Polier/in ist auf der Baustelle das Bindeglied zwischen der Bauleitung und den Handwerker/innen. Als Ansprechpartner/in vermittelt er/sie beispielsweise, wenn es bei einem der Gewerke wie den Maler/innen, den Maurer/innen oder den Beton- und Stahlbetonbauer/innen Probleme gibt.

 

Polier/in kannst du allerdings nicht direkt nach deinem Schulabschluss werden. Es handelt sich nämlich nicht um eine klassische duale Ausbildung, sondern um eine Weiterbildung für erfahrene Fachkräfte aus dem Bauwesen. Hast du eine entsprechende Berufsausbildung absolviert, kannst du dich beispielsweise an der Handwerkskammer oder an der Industrie- und Handelskammer zum/zur Polier/in fortbilden. Dabei kannst du, gemäß deiner Vorerfahrung, als Schwerpunkt Hochbau oder Tiefbau wählen. Gut zu wissen: Du kannst diese Weiterbildung nebenberuflich absolvieren und darfst dich nach bestandener Abschlussprüfung „Geprüfte/r Polier/in“ nennen.

 

Das Berufsbild Polier/in

Als Polier/in leitest und überwachst du die Arbeitsprozesse auf einer Baustelle des Hochbaus bzw. Tiefbaus. Du bist der/die Vorarbeiter/in und trägst als Führungskraft viel Verantwortung. Die Kosten, den Zeitplan und den Baufortschritt hast du stets im Blick, damit das Bauvorhaben pünktlich fertiggestellt werden kann. Dabei betreust du entweder einzelne Bauabschnitte oder die komplette Baustelle.

 

Zugangsvoraussetzungen

Um Polier/in zu werden, musst du eine abgeschlossene Berufsausbildung aus der Baubranche und/oder jede Menge Berufserfahrung in diesem Bereich mitbringen. Viele Polier/innen haben beispielsweise den Beruf des/der Tiefbaufacharbeiter/in bzw. Hochbaufacharbeiter/in gelernt.

 

Dauer der Ausbildung

Die Weiterbildung zum/zur Polier/in dauert etwa 410 Stunden und umfasst Inhalte aus den Bereichen Bautechnik, Baubetrieb und Personalmanagement sowie berufs- und arbeitspädagogische Qualifikationen.

 

Entwicklungsmöglichkeiten

Die Weiterbildung zum/zur Polier/in ist ein wichtiger Schritt auf der Karriereleiter, wenn du auf einer Baustelle arbeitest. Falls du noch höher hinaus willst, kannst du dich anschließend zum/zur Technischen Betriebswirt/in oder zur Fachkraft für Arbeitssicherheit fortbilden. Auch ein Studium ist möglich, beispielsweise Architektur, Bauingenieurwesen oder Baumanagement.

 

Wo finde ich eine Anstellung?

Polier/innen, die sich auf den Hochbau spezialisiert haben, arbeiten in Bauunternehmen, im Betonbau oder in Sanierungs- und Modernisierungsbetrieben. Auch eine Anstellung im Fertighausbau oder im Schornsteinbau ist möglich. Bist du im Bereich Tiefbau tätig, wirst du dementsprechend im Tiefbauwesen eingesetzt, etwa im Straßenbau oder in kommunalen Bauämtern.

 

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