2 Leute stehen mit reichlich Abstand zueinander vor einer weißen Wand und blicken sich an. Ein duales Studium kombiniert Ausbildung mit Akademie.

Duales Studium: Das Beste aus zwei Welten

Für alle Abiturienten, die sich weder für eine Ausbildung noch für ein Studium konkret entscheiden können, da sie am liebsten vom Besten aus beidem profitieren möchten, ist ein duales Studium besonders interessant. Mit einem Schlag absolvierst du einen berufsqualifizierenden akademischen Abschluss und erlangst die erforderliche Praxiserfahrung, wie bei einer klassischen Lehre. Dabei kannst du aus über 1.500 verschiedenen Studiengängen auswählen. Lies weiter, um mehr darüber zu erfahren. Vielleicht ist es genau das, was du suchst …

 

Was bedeutet ausbildungsintegrierendes oder praxisintegrierendes duales Studium?

Das duale Studium wird in zwei Formen angeboten: ausbildungsintegrierend oder praxisintegrierend. Wenn du ein ausbildungsintegrierendes duales Studium aufnimmst, dann erlangst du zusätzlich zu deinem Bachelor den Abschluss eines anerkannten Ausbildungsberufes dazu. Die Berufsausbildung ist in das duale Studium integriert. Den Praxisteil absolvierst du, wie bei einer Ausbildung, in einem Ausbildungsbetrieb. Für den theoretischen Teil besuchst du Seminare und Vorlesungen an einer Fachhochschule oder einer Berufsakademie. Es kann sein, dass du außerdem noch an Veranstaltungen einer Berufsschule teilnehmen musst. Das bedeutet eine Doppelbelastung, die nicht zu unterschätzen ist. Beim praxisintegrierten dualen Studium hingegen werden die Praxisphasen während eines Langzeitpraktikums in einem Betrieb oder durch mehrere kürzere Praktika in unterschiedlichen Unternehmen absolviert. Am Ende erhältst du „nur“ deinen Studienabschluss, da keine Ausbildung integriert ist.

 

Was kann ich studieren?

Das duale Studium wird in verschiedenen Fachbereichen angeboten. In Deutschland gibt es inzwischen über 1.500 Studiengänge. Darunter sind allerdings weniger geisteswissenschaftliche Fächer zu finden. Die Studienrichtungen konzentrieren sich vor allem auf die Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften sowie Informatik. Studieren kannst du beispielsweise Bauingenieurwesen, Nautik, Maschinenbau, Elektrotechnik oder auch Architektur. In den letzten Jahren haben sich mehr und mehr Angebote in den Bereichen Erziehung, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Pflege entwickelt.

 

Wie ist das duale Studium aufgebaut?

Die Praxis- und Theoriephasen des dualen Studiums wechseln sich entweder nach dem Wochen- oder nach dem Blockmodell ab. Beim Blockmodell sind die jeweiligen Phasen länger. So verbringst du eine Periode von drei Monaten bzw. 12 Wochen in der Hochschule oder Berufsakademie und anschließend genauso lange im Unternehmen und so weiter. Beim Wochenmodell arbeitest und lernst du im Wechsel eine Woche im Praxisunternehmen sowie eine Woche in der Hochschule bzw. der Berufsakademie. Es hat sich jedoch inzwischen häufiger durchgesetzt, dass die Studenten zwei Tage pro Woche in der Bildungseinrichtung und die restlichen drei Tage im Praktikumsbetrieb absolvieren.

 

Wie bewerbe ich mich für ein duales Studium?

Um dich für ein duales Erststudium bewerben zu können, brauchst du mindestens das Fachabitur. Dann musst du natürlich ein Unternehmen finden, bei welchem du dich bewerben kannst und das mit einer Hochschule kooperiert. Dafür ist eine gründliche Recherche notwendig. Nutze dazu alle dir zur Verfügung stehenden Mittel im Internet und besuche auch Studien- und Berufsmessen. Wenn du mit deiner Abiturnote nicht gerade brillieren kannst, dann brauchst du keine Panik zu bekommen. Erfolg kannst du trotzdem, vor allem bei kleinen und mittelständischen sowie unbekannten Betrieben, haben. Sie führen im Gegensatz zu den großen Unternehmen auch seltener Auswahlverfahren durch. Wenn deine Bewerbung erfolgreich war, dann schließt du mit deinem Betrieb einen Ausbildungsvertrag. Mit diesem kannst du dich bei der Partnerhochschule einschreiben.

Die Bewerbung kann auch andersherum stattfinden. Du bewirbst dich erst bei der Hochschule bzw. Berufsakademie und nach erfolgreicher Immatrikulation suchst du den Praktikumsbetrieb, in vielen Fällen auch mit Unterstützung der Hochschule. Da duale Studiengänge in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen haben, kann es vorkommen, dass es weniger Ausbildungsplätze, als Bewerber gibt. Informiere dich daher an der Bildungseinrichtung, über eventuelle Zulassungsbeschränkungen.

 

Fazit:

Bevor du dich für ein duales Studium entscheidest, fassen wir noch einmal die Vor- und Nachteile zusammen. Denn hast du erst einmal damit begonnen, wird ein Abbruch dadurch erschwert, dass der Arbeitgeber Studiengebühren, die er für dich geleistet hat, zurückverlangen kann. Für ein duales Studium sprechen die ausgeprägte Praxisnähe, das Ausbildungsgehalt und die Zukunftsperspektiven. Da du schon den Fuß in der Tür des Unternehmens hast, sind deine Übernahmechancen sehr hoch. Falls du dich weiterbilden möchtest, dann kannst du nach deinem Abschluss einen Master absolvieren, allerdings nur an Fachhochschulen. Nachteilig ist die hohe Arbeits- und Lernbelastung, die auf dich zukommt. Außerdem wirst du wenig Zeit haben, da du Urlaubstage bekommst und keine Semesterferien hast, wie etwa Uni-Studenten. Damit du dein duales Studium auch wirklich durchziehst, ist es sehr wichtig, dass du dich im Vorfeld ausreichend über die Tätigkeitsfelder im Betrieb und die Studieninhalte informierst. Viel Erfolg!

 

 

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