ein Jahr Auszeit

Freiwilligendienste

Möchtest du die Welt ein Stückchen besser machen? Freiwilligendienste wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und der Bundesfreiwilligendienst (BFD) bieten dir die Chance dazu.

Du kannst zum Beispiel Naturschutzprojekte unterstützen und dich so aktiv gegen den Klimawandel engagieren. Oder du betreust aus Kriegsgebieten geflüchtete Kinder und erleichterst ihnen dadurch den Start in ihrer neuen Heimat Deutschland. Wofür auch immer du dich entscheidest: Du kannst viel Gutes bewirken und dabei jede Menge Praxiserfahrung sammeln.

 

Für diejenigen, die sich nützlich einbringen und persönlich weiterentwickeln möchten, bieten Freiwilligendienste eine breite Palette an Möglichkeiten. Du kannst Kinder oder Senioren betreuen, an verschiedenen sozialen Projekten mitarbeiten, in der Landwirtschaft mitwirken und noch vieles mehr.

 

Freiwilligendienste kannst du sowohl im Ausland als auch in Deutschland absolvieren. Dein Engagement wird sich nicht nur als Bonus in deinem Lebenslauf bezahlt machen, sondern dich um viele Erfahrungen bereichern und dir wertvolle Kompetenzen vermitteln. Diese Optionen stehen dir offen: Das Freiwillige Soziale Jahr, der Bundesfreiwilligendienst, der Freiwilligendienst im Ausland, das Freiwillige Ökologische Jahr oder der Freiwillige Wehrdienst.

 

Wie unterscheiden sich das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und der Bundesfreiwilligendienst (BFD oder Bufdi)?

Diese beiden Möglichkeiten haben viele Gemeinsamkeiten und unterscheiden sich nur in einigen Kleinigkeiten. Sobald du deine Schulpflicht hinter dir hast, kannst du dich für eine von beiden Varianten entscheiden. Wenn du zwischen 16 und 26 Jahre alt bist, bietet sich das Freiwillige Soziale Jahr an – dieses Angebot richtet sich ausschließlich an junge Menschen.

 

Wie der Name schon sagt, dauert dieser Freiwilligendienst meistens ein Jahr, ist aber prinzipiell auch kürzer oder länger möglich: 6 bis maximal 24 Monate solltest du dafür einplanen. In dieser Zeit arbeitest du normalerweise acht Stunden pro Tag, fünf Tage in der Woche. Du bekommst zwar kein Gehalt für deine ehrenamtliche Tätigkeit, aber ein kleines Taschengeld. Manche Träger stellen ihren FSJlern auch die Unterkunft und die Verpflegung, erstatten die Fahrtkosten oder geben ihnen anteilig einen Zuschuss dafür.

 

In der gesetzlichen Kranken-, Renten-, Unfall-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung bist du während des FSJ beitragsfrei versichert. Deine Eltern bekommen während deines Freiwilligen Sozialen Jahres weiterhin Kindergeld für dich. Auch ein etwaiger Anspruch auf Wohngeld bzw. Waisenrente bleibt bestehen.

 

Welche Möglichkeiten hast du, wenn du ein FSJ absolvieren möchtest?

In einem FSJ kannst du aus einer Vielzahl an spannenden Tätigkeitsfeldern aus Politik, Sport, Kultur sowie aus dem sozialen Bereich wählen. Die Träger, die Einsatzfelder für FSJler bieten, sind allesamt gemeinnützige oder karitative Einrichtungen – also zum Beispiel Krankenhäuser, ambulante Sozialdienste sowie Alten- und Pflegeheime. Falls du zum Beispiel überlegst, später eine Ausbildung zur Pflegefachkraft zu machen, kannst du während deines FSJ schon mal ausprobieren, ob dir die Arbeit mit kranken, älteren und/oder pflegebedürftigen Menschen liegt.

 

Aber auch viele Kindergärten, Behinderteneinrichtungen, Sportvereine, Förderschulen und Jugendclubs bieten die Möglichkeit, im Rahmen eines FSJ in deinen möglichen späteren Beruf hineinzuschnuppern. Du möchtest wissen, ob eine Ausbildung zum/zur Erzieher/in oder Heilerziehungspfleger/in für dich das Richtige sein könnte? Ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer entsprechenden Einrichtung kann dir Klarheit bringen. Du bekommst einen direkten Einblick in die Tätigkeitsfelder deines Traumberufs, kannst Profis über die Schulter schauen und selbst erste Projekte planen und durchführen.

 

Neben den praktischen Erfahrungen, die du in deiner Einsatzstätte sammelst, steht auch ein wenig Theorie auf deinem Stundenplan: 25 Bildungstage gehören verpflichtend dazu, wenn dein FSJ mindestens 12 Monate dauert. Diese Bildungstage werden meist zu drei oder vier Blockseminaren pro Jahr zusammengefasst, in denen du wichtige Grundlagen zu deinem gewählten FSJ-Schwerpunkt lernst. Manche Träger bieten darüber hinaus weitere Workshops und Kurse für ihre FSJler an. Keine Sorge, dabei wird’s garantiert nicht langweilig: Du triffst jede Menge andere Freiwillige und kannst dich mit ihnen über deine Erfahrungen austauschen. Gut zu wissen: Bei den meisten Trägern liegt der Beginn für ein Freiwilliges Soziales Jahr zwischen August und Oktober.

 

Manchmal ist aber auch ein Quereinstieg möglich. Am Ende bekommst du ein Zeugnis über deine geleistete Arbeit überreicht. Das kannst du dann deinen Bewerbungsunterlagen beilegen und damit bei deinem zukünftigen Chef punkten.

 

Ein FSJ ist aber auch eine tolle Möglichkeit, Wartesemester bis zum Studienbeginn zu überbrücken. An manchen Unis und Fachhochschulen hast du außerdem besondere Vorteile, wenn dein FSJ zu deinem gewählten Studiengang passt. So ist es unter Umständen möglich, dein FSJ als Pflichtpraktikum anrechnen zu lassen.

 

Möchtest du lieber im Bereich Umwelt- und Naturschutz arbeiten?

In diesem Fall kannst du dich für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) entscheiden. Dabei gelten grundsätzlich dieselben Spielregeln wie beim Freiwilligen Sozialen Jahr, deine Einsatzstellen sind dann aber zum Beispiel Umweltschutzorganisationen, Bauernhöfe, Tierheime oder Naturschutzzentren.

 

Wie unterscheidet sich nun der Bundesfreiwilligendienst vom FSJ bzw. FÖJ?

Ganz einfach: Während sich das Freiwillige Soziale Jahr ausschließlich an junge Menschen bis zum 27. Geburtstag wendet, kannst du dein Leben lang Bundesfreiwilligendienst leisten – und das sogar mehrmals! Bildungstage gibt’s im Rahmen deines Bufdis nur, wenn du unter 27 bist. Bei älteren Freiwilligen wird nach Bedarf entschieden, ob dieser Theorie-Teil nötig ist.

 

Und: Freiwillige über 27 Jahren können den BFD auch in Teilzeit ableisten, also zum Beispiel neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit. Die Einsatzorte von FSJlern und Bufdis ähneln sich und sind zum Beispiel in kulturellen, sozialen und ökologischen Einrichtungen möglich.

 

Apropos öko: Hast du eigentlich schon mal vom „Wwoofen“ gehört?

Wwoof steht für „World Wide Opportunities on Organic Farms“. Als Teilnehmer hilfst du im In- oder Ausland auf Biobauernhöfen und Bioplantagen mit. Dabei kannst du aus über 90 Ländern auswählen. Vergütet wirst du durch Gratisunterkunft und -verpflegung. Weitere Infos findest du auf der Homepage https://wwoofinternational.org.