Beruf: Justizfachangestellte/r

Ausbildung zum/zur Justizfachangestellten: Worum geht es genau?

Bei der Ausbildung zum/zur Justizfachangestellten handelt es sich um eine duale Ausbildung. An der Berufsschule stehen Fächer wie Rechtslehre, Rechnungswesen und Textverarbeitung auf deinem Stundenplan. In deiner Ausbildungsstätte, beispielsweise an einem Amtsgericht, lernst du den professionellen Umgang mit Angeklagten, Zeug/innen und Jurist/innen.

Das Berufsbild Justizfachangestellte/r

Als Justizfachangestellte/n trifft man dich im Gerichtssaal, aber auch im Büro an. Deine Aufgabe ist es, Richter/innen, Anwälte/innen und Staatsanwälte/innen bei ihrer Arbeit zu unterstützen, indem du verwaltende und organisatorische Tätigkeiten übernimmst. Beispielsweise führst du bei Verhandlungen das Protokoll, stellst Anträge, suchst Akten heraus und nimmst darin Eintragungen vor. Ein verantwortungsvoller Job: Denn du behältst stets alle wichtigen Fristen im Blick und hast häufig mit wichtigen Dokumenten wie dem Grundbuch oder dem Handelsregister zu tun.

Du solltest die deutsche Sprache sicher in Wort und Schrift beherrschen, wenn du Justizfachangestellte/r werden möchtest. Doch mit Zahlen musst du ebenfalls umgehen können, denn du bist auch für die Berechnung der Gerichtskosten zuständig. Wenn Bürger/innen Fragen zu ihrem Verfahren haben, bist du ihr/e erste/r Ansprechpartner /in. Daher solltest du auch ein Händchen im Umgang mit Menschen haben. Oftmals geht es bei Gerichtsprozessen nämlich um emotionale Themen wie zum Beispiel einen Sorgerechtsstreit.

Zugangsvoraussetzungen

Die meisten Auszubildenden zum/zur Justizfachangestellten besitzen die Hochschulreife. Aber auch Schulabgänger/innen mit Realschulabschluss haben gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung zum/zur Justizfachangestellten dauert drei Jahre. Sie kann auf zwei bzw. zweieinhalb Jahre verkürzt werden.

Entwicklungsmöglichkeiten

Wenn du deine Ausbildung zum/zur Justizfachangestellten erfolgreich abgeschlossen und etwas Berufserfahrung gesammelt hast, stehen dir zahlreiche Wege offen. Du kannst zum Beispiel einen Lehrgang machen, um Justizfachwirt/in zu werden. Anschließend winkt ein sicherer Job auf Lebenszeit als Beamte/r des mittleren Justizdienstes.

Oder du entscheidest dich für eine Weiterbildung zum/zur Gerichtsvollzieher/in und lernst, wie Gerichtsbeschlüsse durchgesetzt und Pfändungen vorgenommen werden. Vielleicht ist aber auch ein anschließendes Jurastudium für dich interessant? Danach könntest du eines Tages selbst die Richter/innen-Robe tragen.

Wo finde ich eine Anstellung?

Justizfachangestellte arbeiten zum Beispiel bei Verwaltungs-, Zivil- oder Strafgerichten, in Notariaten und Rechtsanwaltskanzleien sowie bei der Staatsanwaltschaft. Hin und wieder brauchen auch andere Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung ihre tatkräftige Unterstützung.

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