Beruf: Orthopädieschuhmacher/in

Worum geht es genau?

Unsere Füße sind faszinierende Körperteile: Sie tragen unsere gesamte Körperlast ein ganzes Leben lang. Gleichzeitig sind sie ein hochkomplexes Gebilde, das aus sieben Fußwurzelknochen, fünf Mittelfußknochen und 14 Zehenknochen besteht. Über 33 Gelenke verbinden die Knochen miteinander, rund 20 Muskeln und 114 Bänder stabilisieren sie. Wenn wir also unter Schmerzen im Fuß leiden, ist es gar nicht so einfach, die richtige Ursache dafür zu finden. Manchmal hilft es schon, die Schuhe zu wechseln. Bei komplexeren Schmerzen kommst dann Du als Orthopädieschuhmacher/in ins Spiel: Auf Rezept des Arztes erstellst Du für den Patienten maßgenau orthopädische Schuhe her oder überarbeitest normale Schuhe entsprechend. Dazu fertigst Du Innenschuhe, Einlagen, Korrekturschienen, Orthesen oder Prothesen an.

Um das passende Hilfsmittel für den Patienten zu finden, untersuchst Du seinen Gang, nimmst Maße und erstellst Abdrücke und Modelle von seinen oder ihren Füßen. Anschließend bearbeitest Du die Schuhe oder fertigst extra passende Schuhe an. Dabei beachtest Du auch den ästhetischen Aspekt, der Schuh soll schließlich auch gut aussehen.

Zu Deinen weiteren Aufgaben zählt es, Patienten zu beraten und ihnen gesundheitliche Tipps zu geben. Zu Deinen Patienten zählen nicht nur Menschen mit Einschränkungen beim Gehen, sondern auch Spitzensportler.

Genaue Einsichten in das Berufsbild findest Du hier in folgendem Video:

Orthopädieschuhmacher stellen Schuhe, die nicht weh tun

Entwicklungsmöglichkeiten:

Nach Deiner Ausbildung kannst Du Deinen Meister machen, um Dich selbständig machen zu können und auch ausbilden zu können. Die Weiterbildung zum Meister bringt Dir dafür das richtige Rüstzeug bei, Du lernst hier die kaufmännischen und administrativen Aufgaben kennen und beherrschen. Du kannst Dich aber auch zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Schuhtechnik weiterbilden. Damit kannst Du im Unternehmen Fach- und Führungsaufgaben übernehmen, zum Beispiel die Qualitätskontrollen oder die Verantwortung für den Herstellungsprozess. Du kannst auch ein Studium aufnehmen, zum Beispiel im Bereich Technische Orthopädie. Dafür brauchst Du eine Hochschulzugangsberechtigung – entweder durch ein Abitur oder durch die Gesellenprüfung.

Wo finde ich eine Anstellung?

Als Orthopädieschuhmacher/in arbeitest Du in handwerklichen Fachbetrieben, die Orthopädieschuhe herstellen, in Sanitätshäusern, die über eine Abteilung für Orthopädieschuhe verfügen und in Kliniken oder Rehabilitationseinrichtungen.

 

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